14. Februar 2013

Savages

SavagesEr machte die „Natu­ral Born Kil­lers“ zu schlech­ten Vor­bil­dern und schrieb mit dem Dreh­buch von „Scar­face“ einen der hef­tigs­ten Drogen-​​Thriller des ame­ri­ka­ni­schen Kinos. In „Sava­ges“ (Uni­ver­sal Pic­tures) lässt Regie­ve­te­ran Oli­ver Stone Mickey und Mal­l­ory Knox auf Nar­ben­ge­sicht Tony Mon­tana los.

Sein Aus­ras­ter­pär­chen bil­den Welt­ver­bes­se­rer Ben (Aaron John­son) und Ex-​​Soldat Chon (Tay­lor Kitsch), die im kali­for­ni­schen Sur­fer­pa­ra­dies Laguna Beach ein blü­hen­des Marihuana-​​Geschäft betrei­ben – auch, weil der kor­rupte Ermitt­ler Den­nis (John Tra­volta) sich ein­ne­beln lässt. Dabei tei­len die bei­den nicht nur den Gewinn, son­dern auch die Liebe zur schö­nen Ophe­lia, kurz O (Blake Lively).

Erfolg weckt Begehr­lich­kei­ten; und so ver­langt die Che­fin des mexi­ka­ni­schen Baja-​​Kartells ein Stück vom Haschisch­ku­chen. Um ihrer For­de­rung Nach­druck zu ver­lei­hen, lässt Elena (Salma Hayek) O von Hand­lan­ger Lado (Beni­cio Del Toro) ent­füh­ren. Da strei­fen sich die bei­den Weed Heads ihre Santa-​​Muerte-​​Totenmasken über und erklä­ren der Mafia den Rachekrieg.

Die auf Don Wins­lows Krimi-​​Bestseller „Zeit des Zorns“ anspie­len­den Gescheh­nisse sind eine Rekon­struk­tion aus Ophe­lias Gedächt­nis­pro­to­koll, bei deren Schil­de­run­gen aus dem Off man nie so recht sicher sein darf, ob sie denn auch eine zuver­läs­sige Zeu­gin abgibt. Zwangs­läu­fig an „Pulp Fic­tion“ erin­nern die Auf­tritte von Tra­volta und Hayek. Und nicht nur beim Mia-​​Wallace-​​Gedenkhaarschnitt geht der rasant-​​coole Thril­ler „Sava­ges“ mit Taran­ti­nos Gangsterfilm-​​Anthologie kon­form. Die letzte Kugel sei­ner neu­er­li­chen Gewalt­tat hat sich Stone für den furio­sen Show­down aufgespart.