14. März 2013

Heiter bis wolkig

Heiter bis wolkigEine exakte Stim­mungs­vor­her­sage trifft Marco Petrys drit­ter Kino­film in sei­nem Titel. Denn der Regis­seur von „Schule“ und der ver­kapp­ten Fort­set­zung „Die Klasse von ’99“ erzählt mit „Hei­ter bis wol­kig“ (Con­stan­tin Film) eine Geschichte, die im Grunde alles andere als lus­tig ist.

Die Nach­wuchs­kö­che Tim (Max Rie­melt) und Can (Elyas M’Barek) haben eine ziem­lich kranke Masche, um bei ihren nächt­li­chen Auf­rei­ßer­tou­ren Frauen rum­zu­krie­gen: Sie geben sich gegen­sei­tig als Bauch­spei­chel­drü­sen­krebs– und Hirn­tu­mor­pa­ti­en­ten aus, die noch einen ein­deu­ti­gen aller­letz­ten Wunsch haben… Bis sich Marie (Anna Fischer) für eine Mit­leids­num­mer hergibt.

Dadurch lernt Tim deren tat­säch­lich ster­bens­kranke Schwes­ter Edda (Jes­sica Schwarz) ken­nen, die den bald bemit­lei­dens­wer­ten Simu­lan­ten schnell durch­schaut – und ihn zu den absur­des­ten Aben­teu­ern zwi­schen Spreng­stoff­gür­tel­ra­che und Stra­ßen­strich­schlä­ge­rei nötigt.

Diese Epi­so­den sprü­hen unge­ach­tet der heik­len The­ma­tik gera­dezu vor Lebens­freude und sor­gen für so man­chen der hei­te­ren Augen­bli­cke, wäh­rend Petry immer wie­der geziel­ten Druck auf die Trä­nen­drüse aus­übt: Das dar­ge­stellte Schick­sal der anfangs ver­bit­ter­ten und spä­ter schwer gezeich­ne­ten Edda kann einem schon ziem­lich an die Nie­ren gehen. Unter dem Strich steht aber eine her­vor­ra­gend aus­ta­rierte Tra­gi­ko­mö­die, die selbst ihrem tod­trau­ri­gen Ende noch ein Lächeln abtrotzt.