15. März 2013

More Than Honey

More Than HoneyEin Drit­tel unse­rer Nah­rung gäbe es nicht ohne sie. Doch Pes­ti­zide, Mono­kul­tu­ren, Inzucht und die Var­roa­milbe machen den Bie­nen das Leben schwer. Mar­kus Imhoof, Regis­seur und Imke­ren­kel, geht in der mit dem „Baye­ri­schen Film­preis“ aus­ge­zeich­ne­ten Doku­men­ta­tion „More Than Honey“ (Sena­tor Home Enter­tain­ment) auf vier Kon­ti­nen­ten einem mys­te­riö­sen Mas­sen­ster­ben nach.

Die Reise beginnt beim Schwei­zer Fred Jaggi, der zurück­ge­zo­gen seine tra­di­tio­nelle Landrasse bewah­ren möchte. Kras­ses Kon­trast­bild: US-​​Großimker John Mil­ler. Der (durch­aus reflek­tie­rende) Besit­zer einer indus­tria­li­sier­ten Honig­farm nimmt es hin, dass seine auf rie­si­gen Man­del­plan­ta­gen arbei­ten­den Bie­nen mit Schäd­lings­gift über­gos­sen werden.

Das gelangt ebenso in den Stock, die Brut und den Honig wie die Anti­bio­tika, mit der er seine Völ­ker behan­delt, um ihre Leis­tungs­fä­hig­keit zu gewähr­leis­ten. Wel­che Aus­maße das Geschäft ange­nom­men hat, zei­gen auch zwei öster­rei­chi­sche Züch­te­rin­nen, die ihre Köni­gin­nen per Luft­post in alle Welt ver­schi­cken. Und die Chi­ne­sen müs­sen bereits selbst Biene spie­len und die Blü­ten von Hand mit gekauf­ten Pol­len bestäuben.

Zwi­schen­durch kommt Imhoof immer wie­der auf seine eigene Fami­li­en­ge­schichte zu spre­chen, klärt Gene­rel­les; etwa wie der Lie­bes­bote auf der Suche nach süßem Nek­tar Pflanze um Pflanze befruch­tet oder Droh­nen im Flug eine Köni­gin begat­ten. Der Bie­nen­for­scher Pro­fes­sor Ran­dolf Men­zel ergänzt um Wis­sens­wer­tes zur Kom­mu­ni­ka­tion via Schwänzeltanz.

Dabei gelin­gen Imhoof hoch­äs­the­ti­sche Makro-​​Aufnahmen die­ser fas­zi­nie­ren­den Insek­ten, deren hek­ti­sche Bewe­gun­gen durch Zeit­lu­pen nach­ver­folg­bar wer­den. Und er zeigt einen mög­li­chen Weg aus der Misere — die Kreu­zung der euro­päi­schen Arten mit afri­ka­ni­schen Kil­ler­bie­nen. Denn wie soll schon Ein­stein pro­phe­zeit haben: Wenn die Honig­bie­nen aus­ster­ben, ist vier Jahre spä­ter auch der Mensch fällig…