11. April 2013

Oblivion

OblivionÜber Hub­bar­dist Tom Cruise sollte man ja eigent­lich kein Wort mehr ver­lie­ren. Aber das wäre jam­mer­schade für Joseph Kos­inskis Science-​​Fiction „Obli­vion“, der den streit­ba­ren Hollywood-​​Star in einen wei­te­ren „Krieg der Wel­ten“ schickt.

Genauer gesagt ist die Nukle­arschlacht gegen die Ali­ens zu Film­be­ginn 2077 schon gewon­nen — um den Preis einer unbe­wohn­ba­ren Erde. Die Zukunft der Mensch­heit liegt auf dem Saturn-​​Mond Titan, wäh­rend die alte Hei­mat über die Raum­sta­tion Tet abge­wi­ckelt wird. Teil die­ses Teams ist Tech­ni­ker Jack Har­per (Cruise), der die Ver­tei­di­gungs­droh­nen in Schuss hält. Mit sei­ner vom Wol­ken­ku­ckucks­heim aus ope­rie­ren­den Part­ne­rin Vic­to­ria (Andrea Rise­bo­rough) trägt er dafür Sorge, dass die letz­ten außer­ir­di­schen Plün­de­rer den Abbau über­le­bens­wich­ti­ger Res­sour­cen nicht behin­dern. Als Jack auf einem sei­ner Patrouil­len­flüge die abge­stürzte Raum­kap­sel der im Käl­te­schlaf befind­li­chen Astro­nau­tin Julia Rusa­kova (Olga Kury­lenko) birgt, ver­spürt er eine Anzie­hungs­kraft, die ihm schon bald die Gra­vi­ta­tion unter den Füßen weg­zie­hen wird.

Im Kern ist „Obli­vion“ ein Kam­mer­spiel mit Blockbuster-​​Budget, das seine nicht immer plau­si­ble post­a­po­ka­lyp­ti­sche Love Story durch Ver­satz­stü­cke aus „Inde­pen­dence Day“ und „I Am Legend“, Welt­raum­opern wie „Star Wars“, „Star Trek“ oder „Alien“ und Ver­schwö­rungs­theo­rien à la „Matrix“ und „Die Insel“ anrei­chert. Kos­in­ski, der zugleich die Graphic-​​Novel-​​Vorlage für sei­nen zwei­ten Kino­film nach „Tron: Legacy“ lie­ferte, über­rascht mit so man­cher Kurs­än­de­rung im Plot, einem coo­len Kurz­auf­tritt von Mor­gan Free­man, futuristisch-​​funktionellem Design und dem nicht weni­ger schi­cken Sound­track des fran­zö­si­schen Electro-​​Pop-​​Duos M83. Inkon­se­quenz gerechtfertigt.