30. Mai 2013

Hangover 3

Hangover 3Sequel oder Remake? 2009 schickte Todd Phil­lips sein Wolfs­ru­del in „Han­go­ver“ auf einen unver­gess­li­chen Jung­ge­sel­len­ab­schied nach Vegas, bei dem Bräu­ti­gam und Gedächt­nis abhan­den kamen — um ihm zwei Jahre spä­ter in Bang­kok wie­der­holt die Lich­ter aus­zu­knip­sen. Zwei­mal die­selbe Geschichte zu erzäh­len und dabei nicht nur gut zu unter­hal­ten, son­dern mit der fina­len Dia­show von ver­gan­ge­ner Nacht auch noch zu über­ra­schen, ist jeden­falls eine Kunst für sich. Zu einem wei­te­ren Film­riss kommt es in „Han­go­ver 3“ nicht.

Nach­dem der medi­ka­men­ten­ver­wei­gernde Alan (Zach Gali­fi­a­na­kis) ver­se­hent­lich seine frisch erwor­bene Giraffe geköpft hat und damit den ver­zwei­fel­ten Vater (Jef­frey Tam­bor) unter die Erde bringt, beschlie­ßen die Kum­pels — Leh­rer Phil (Brad­ley Cooper), Zahn­arzt Stu (Ed Helms) und Schön­ling Doug (Jus­tin Bar­tha) — ihren Exzen­tri­ker ins Sana­to­rium ein­zu­lie­fern. Doch auf dem Weg zur The­ra­pie wer­den sie abge­drängt: Dro­gen­ba­ron Mar­shall (John Good­man), mit des­sen Roofies-​​Dealer (Mike Epps) in Teil eins der ver­häng­nis­volle Black­out sei­nen Anfang nahm, for­dert mil­lio­nen­schwere Gold­bar­ren zurück, die ihm der tun­tige Trou­ble­maker Les­lie Chow (Ken Jeong) abge­luchst hat. Und er nimmt ein­mal mehr Doug aus dem Spiel, um das Restru­del zu erpres­sen, den kurz­schwän­zi­gen Chi­ne­sen aus­fin­dig zu machen.

Statt der übli­chen Par­ty­ge­lage nebst Kater­stim­mung und nach­fol­gen­dem „Memento“-Puzzlefieber, wie denn nun der Tiger ins Bad, ein Baby in den Schrank und das Tyson-​​Tattoo ins Gesicht kam, prä­sen­tiert sich der vor­läu­fige, nicht mehr ganz so über­drehte Abschluss der Tri­lo­gie trotz Rück­kehr ins Cae­sars Palace, etli­cher tro­cken­hu­mo­ri­ger Kab­be­leien, einem Wie­der­se­hen mit Baby Car­los (Grant Holm­quist) und der Lösung des Hüh­ner­mys­te­ri­ums als ver­gleichs­weise nüch­ter­ner Gangster-​​Thriller. Und nach den Zwischen-​​Credits ist klar, dass man den hier ange­ris­se­nen Film eigent­lich doch viel lie­ber gese­hen hätte.