31. Mai 2013

Silver Linings

Silver LiningsIn die­ser acht­fach „Oscar“-nominierten Roman­ti­schen Komö­die geht es um den ganz nor­ma­len Wahn­sinn. Was von Betrof­fe­nen heut­zu­tage so gerne beschö­ni­gend als Bur­nout ver­kauft wird, um nach außen als uner­müd­li­cher Macher dazu­ste­hen, der sich ledig­lich zu viel des Guten zuge­mu­tet hat, nennt David O. Rus­sells „Sil­ver Linings“ (Sena­tor Home Enter­tain­ment) beim Namen.

Seine eigene bipo­lare Stö­rung wird Pat Sola­tano (Brad­ley Cooper) erst rich­tig bewusst, nach­dem er den Lieb­ha­ber sei­ner Frau Nikki (Brea Bee) fast tot­ge­schla­gen hat. Auf Drän­gen der Mut­ter (Jacki Wea­ver) ver­lässt der Mitt­drei­ßi­ger die geschlos­sene Psych­ia­trie und zieht halbthe­ra­piert wie­der zuhause ein. Im fes­ten Glau­ben, die kaputte Ehe trotz einst­wei­li­ger Ver­fü­gung noch ret­ten zu kön­nen – „Excelsior!“

Dort kommt es trotz Moti­va­ti­ons­man­tra schnell zu hand­greif­li­chen Rei­be­reien mit dem obses­siv aber­gläu­bi­schen und wett­süch­ti­gen Senior (Robert De Niro), der es viel lie­ber sähe, wenn der Sohn den Phil­adel­phia Eagles durch sein „Juju“ glücks­brin­gend zur Seite stünde. Doch seit Pat die psy­chisch auch nicht ganz sta­bile Tif­fany (Jen­ni­fer Law­rence) kennt, inter­es­siert er sich mehr fürs Tan­zen denn für Foot­ball. Die geile Witwe hält näm­lich Kon­takt zu jener Frau, der er sich nicht mehr nähern darf…

Die offen-​​ehrliche Art, mit der die ver­korks­ten und teils schwer neu­ro­ti­schen Prot­ago­nis­ten unge­fil­tert drauf­los­re­den, ver­schafft ihnen auf Anhieb viele Sym­pa­thie­punkte und der Ver­fil­mung des gleich­na­mi­gen Best­sel­lers von Matthew Quick einen herr­lich bei­läu­fi­gen Humor! Ein­zig Jen­ni­fer Law­rence konnte sich damit bei den „Oscars“ als „Beste Haupt­dar­stel­le­rin“ durch­set­zen, ihr gleich­falls vor­ge­schla­ge­ner Part­ner und das Neben­dar­stel­ler­paar Wea­ver und De Niro gin­gen ebenso leer aus wie Regie und Film. Aber auch ohne die offi­zi­elle Goldjungen-​​Krönung gehört „Sil­ver Linings“ schon jetzt zu den Jah­res­bes­ten. Weil sich aus dem splee­ni­gen Nerd-​​Movie mit Independent-​​Charme eine der auf­rich­tigs­ten Lie­bes­ge­schich­ten ent­wi­ckelt, die Hol­ly­wood in jün­ge­rer Zeit zu erzäh­len wusste.