Star Trek - Into Darkness„Volle Schub­um­kehr!“ So lau­tete die unmiss­ver­ständ­li­che Ansage, als „Lost“-Schöp­fer J.J. Abrams 2009 auf der Brü­cke des United Star Ships Enter­prise das Kom­mando über­nahm. Durch die Pul­ve­ri­sie­rung der Pla­ne­ten Romu­lus und Vul­kan ist am Ende des Reboots „Die Zukunft hat begon­nen“ eine das Kon­ti­nuum stö­rende und des­halb unter Trek­kies hef­tig umstrit­tene neue Zeit­li­nie ent­stan­den, die mit „Into Dar­k­ness“ ihren düs­te­ren Lauf nimmt.

Vorn­weg gibt’s einen Action-​​Prolog, bei dem die NCC-​​1701 den Ein­ge­bo­re­nen von Nibiru den Kul­tur­schock schlecht­hin ver­passt. Diese Miss­ach­tung der Obers­ten Direk­tive kos­tet den hemds­är­me­li­gen James T. Kirk (Chris Pine) dank der prin­zi­pi­en­treuen Petze Spock (Zachary Quinto) und dem maß­re­ge­len­den Zieh­va­ter Admi­ral Pike (Bruce Green­wood) das Captain-​​Amt. Eine Ter­ror­at­ta­cke des Ex-​​Sternenflotten-​​Offiziers John Har­ri­son (Bene­dict Cum­ber­batch) — in Wahr­heit der dies­mal voku­h­il­alose Super­wi­der­sa­cher Khan — beamt den Degra­dier­ten aller­dings schnell zurück zu alten Würden.

Der zwölfte „Star Trek“-Kinofilm hält Pho­to­nen­tor­pe­dos und Pha­ser im Dau­er­feuer, doch auch die Annä­he­rung des zen­tra­len Figu­ren­ka­bi­netts um Pille (Karl Urban), Uhura (Zoe Sald­ana), Che­kov (Anton Yel­chin), Sulu (John Cho) und Scotty (Simon Pegg) sorgt für reich­lich Rei­bungs­hitze. Und Abrams erweist sich als exzel­len­ter Ken­ner der Mate­rie, dockt inhalt­lich bei sämt­li­chen Serien, Spin-​​Offs und Ver­fil­mun­gen an, visua­li­siert die schon immer zwi­schen den Zei­len ver­steckte (unfrei­wil­lige) Komik, stellt den Freund­schafts­dienst aus „Der Zorn des Khan“ unter umge­kehrte Vor­zei­chen — um nach einem aber­ma­li­gen Leonard-​​Nimoy-​​Cameo schließ­lich beim TV-​​Pilot und dem Beginn der Fünf-​​Jahres-​​Mission zu landen.

Von hier aus könnte er end­gül­tig ins eigene Par­al­lel­uni­ver­sum durch­star­ten. Und sei­nen ein­zi­gen haa­ri­gen Fehl­griff kor­ri­gie­ren: den Kahl­schlag am Kno­chen­kamm. Denn gepiercte glatz­köp­fige Klin­go­nen ohne Bart braucht nun wirk­lich kein Mensch.