18. Juli 2013

Paulette

PauletteAus dem eins­ti­gen Ché­rie der Nou­velle Vague macht Jérôme Enrico die Drogen-​​Oma aus der Ban­lieue. Und wäh­rend Ber­na­dette Lafont die ver­bit­terte Witwe raus­hän­gen lässt, spielt ihr Regis­seur auf Frank­reichs ernste gesell­schaft­li­che Lage an.

Die betrifft auch Pau­lette (Lafont), wohn­haft in einem zwie­lich­ti­gen Pari­ser Vor­ort, die Rente mick­rig, die Vor­ur­teile gegen­über Frem­den aus­ge­prägt. Als ihr ein Packen Shit in den Schoß fällt, wird das Haschisch-​​Dealen zur neuen Beru­fung: Space-​​Cakes, Afghanen-​​Kekse und andere inno­va­tive Patis­se­rie­wa­ren fin­den schnell rei­ßen­den Absatz im Vier­tel — was nicht nur den loka­len Ober­ver­che­cker Vito (Paco Bou­blard) in die Bre­douille bringt. Und dann ist Pau­let­tes schwar­zer Schwie­ger­sohn Ous­mane (Jean-​​Baptiste Ano­u­mon) auch noch bei der Drogenfahndung…

Hier trifft raue Lebens­wirk­lich­keit auf schöne Uto­pie; und wenn es je doch mal zu schwer­mü­tig wird, setzt’s sogleich einen poli­tisch unkor­rek­ten Spruch von Pau­lette. Der lässt das Dau­er­g­rin­sen nicht abrei­ßen, bevor die Sozi­al­ko­mö­die auf dem Gip­fel der Unmo­ral endet.