23. Januar 2014

Illusion

IllusionAlle zwei Jahre dreht er ab, der „mili­tante Guru der unab­hän­gi­gen Film­szene“, wie die „Süd­deut­sche Zei­tung“ Roland Reber jüngst so tref­fend beti­telt hat. Sein ach­ter Kino­film, der sur­rea­lis­ti­sche Bezie­hungs­rei­gen „Illu­sion“, Nach­fol­ger von „Engel mit schmut­zi­gen Flü­geln“, setzt den Zuschauer in eine Bar der Ver­lo­ge­nen und Frus­trier­ten, die ihren Wunsch­vor­stel­lun­gen, Ängs­ten und feucht-​​fröhlichen Sehn­suchts­fan­ta­sien freien Lauf lassen.

Clau­dia (Marina Anna Eich) ver­schmäht nicht nur den Apfel­ku­chen ihres Gat­ten Theo (Wolf­gang Sei­den­berg) und beschäf­tigt sich statt­des­sen lie­ber mit der ver­klemm­ten Psy­cho­lo­gin Nikola (Antje Nikola Mön­ning), Noch-​​Frau von Die­ter (Tho­mas Koll­hoff), der­weil Pre­di­ger Theo ein Auge auf das graue Mäus­chen Susanne (Caro­lina Hoff­mann) gewor­fen hat und Majas (Ute Mei­sen­hei­mer) Uli (Andreas Peg­ler) ein Fuß­ball­an­hän­ger ohne jeden Fan bleibt — beäugt und kom­men­tiert von Social Net­wor­ker Chris­tian Schlu­ger (Chris­toph Baumann).

Hin­ter aller poe­ti­schen Meta­pho­rik und der thea­tra­len Künst­lich­keit zum Vor­schein kommt die nackte Iden­ti­tät; ein­schließ­lich her­bei­ge­dach­ter Ver­ge­wal­ti­gungs­or­gie, Biker-​​Abendmahl und einem als Gott auf der Har­ley vor­fah­ren­den Regierebellen.