3. April 2014

Inside Wikileaks

Inside WikileaksDie Revo­lu­tio­nen des 21. Jahr­hun­derts ent­ste­hen im digi­ta­len Unter­grund. Wäh­rend der Ara­bi­sche Früh­ling über Blogs und Social Media seine Blü­ten treibt, schreibt die Whistleblower-​​Website ihre fet­tes­ten Schlag­zei­len. Regis­seur Bill Con­don erzählt mit „Inside Wiki­leaks – Die fünfte Gewalt“ (Con­stan­tin Film) die Kurz­ge­schichte der Ent­hül­lungs­platt­form und sei­nes umstrit­te­nen Grün­ders Julian Ass­ange, der bis heute als poli­ti­scher Asy­lant in Lon­dons ecua­do­ria­ni­scher Bot­schaft lebt.

Das Dreh­buch basiert auf David Leighs und Luke Har­dings Repor­tage „Julian Ass­an­ges Krieg gegen Geheim­hal­tung“ sowie Daniel Domscheit-​​Bergs Bericht von sei­ner „Zeit bei der gefähr­lichs­ten Web­seite der Welt“. Daniel Brühl mimt Ass­an­ges (Bene­dict Cum­ber­batch) engs­ten Ver­trau­ten; doch als die bei­den ver­trau­lichs­tes Daten­ma­te­rial aus den ame­ri­ka­ni­schen Krie­gen im Irak und in Afgha­nis­tan zuge­spielt bekom­men, über­wer­fen sich der pla­t­in­blonde Digital-​​Revoluzzer und das deut­sche Gewissen.

Die Crux, haupt­säch­lich Gescheh­nisse zwi­schen Tas­ta­tur und Moni­tor dar­stel­len zu müs­sen, löst Con­don mit visu­el­len Knif­fen und hohem Erzähl­tempo in einem 128-​​minütigen Doku-​​Drama auf, das die Ent­ste­hung der spal­ten­den Per­sön­lich­keit Ass­ange aber ebenso aus­spart wie den ethi­schen Diskurs.