25. April 2014

SM Richter

SM RichterDas Jus­tiz­drama um ein gut­bür­ger­li­ches Paar mit sado­ma­so­chis­ti­scher Vor­liebe erregte 1997 in Bel­gien die Gemü­ter. Zwölf Jahre spä­ter greift Erik Lamens die Geschichte für sein Spiel­film­de­büt „SM Rich­ter“ (WTP Inter­na­tio­nal/​WVG Medien) auf und stürmt mit dem Tabu­thema im Benelux-​​Königreich die Kinocharts.

Den lange Ehe­jahre gut gehü­te­ten dunk­len Lust­fan­ta­sien sei­ner Frau Magda De Herdt (Veerle Dob­be­laere) gibt sich der für seine unkon­ven­tio­nelle Ver­hand­lungs­füh­rung geschätzte wie geäch­tete Rich­ter Koen Alle­ga­erdts (Gene Ber­vo­ets) aus blo­ßer Zunei­gung hin.

Als öffent­lich wird, dass sie im SM-​​Studio ihre stark aus­ge­präg­ten maso­chis­ti­schen Nei­gun­gen aus­lebt, ermit­telt der Staats­an­walt – gegen Koen wegen Miss­hand­lung und Anstif­tung zur Prostitution.

Trotz FSK 18 nimmt Lamens seine Zuschauer zu kei­nem Zeit­punkt über­mä­ßig hart ran, fin­det stets den ange­mes­se­nen Zeit­punkt, um sich mit der Kamera zurück­zu­zie­hen. Und die­ser Ver­zicht auf voy­eu­ris­ti­sche Haudrauf-​​Erotik macht sei­nen Film zum gehör­ten und mehr­fach preis­ge­krön­ten Für­spre­cher einer frei­be­stimm­ten, ent­fes­sel­ten Sexualität.