22. August 2014

Und Äktschn!

Und Äktschn!Bei Ger­hard Polts letz­tem Lein­wand­aus­flug anno 2004 hätte man sein Pop­corn noch am liebs­ten mit Kai­ser Titus’ ver­gif­te­tem Flie­gen­pilz getauscht. Zehn Jahre nach der stumpf­sin­ni­gen Römer-​​Persiflage „Ger­ma­ni­kus“ fei­erte der baju­wa­ri­sche Grant­ler das Kino-​​Comeback in der Pro­vinz­posse „Und Äktschn!“ (Majestic Home Enter­tain­ment).

Darin mimt Polt den ebenso ver­schul­de­ten wie dilet­tan­ti­schen Ama­teur­fil­mer Hans A. Pospiech, der seine große Chance gekom­men sieht, als Sparkassen-​​Direktor Fal­ter­meier (Michael Ost­row­ski) einen Kul­tur­för­de­rungs­wett­be­werb aus­schreibt, des­sen Sie­ger aus eigen­nüt­zi­gen Bilanz­grün­den bereits feststeht.

Und Pospiech plant, mit Musi­ka­li­en­händ­ler Fleisch­bauer (Robert Meyer), Neffe Alfons (Maxi­mi­lian Brück­ner), Hob­by­his­to­ri­ker Brunn­hu­ber (Olaf Krätke) und Knei­pen­wir­tin Neu­riedl (Gisela Schnee­ber­ger) einen Bei­trag über den „Oarsch von Brau­nau“ zu dre­hen: Adolf Hit­ler als Privatmensch.

Der Repu­blik aufs Maul schauen — das war schon in den 80ern zu Zei­ten von „Kehr­aus“ und „Man spricht deutsh“ die große Stärke des Kabarett-​​Urgesteins und auf ver­trau­tem Ter­rain macht Polt unter Regie von Fre­de­rick Baker Boden gut: Er lässt Chris­toph Well Die Toten Hosen bla­sen und Prot­ago­nist Pospiech einige genial-​​altkluge Mono­loge hal­ten („Der Mensch stirbt, aber der Film bleibt“). Die sati­ri­sche Schärfe sei­ner frü­hen Werke bleibt aller­dings unerreicht.