Wenn in Bretten der Jäger hinterm Wolff her ist, dann geht’s um nicht weniger als den Titel des Oberbürgermeisters. Zum 1. Februar hat Paul Metzger nach 24 Amtsjahren aus Altersgründen abdanken müssen und wer einen Blick in den Bilderbogen „Bretten – Die Melanchthonstadt“ (Info Verlag) wirft, kann verstehen, warum der Paule die Große Kreisstadt und ihre neun Ortsteile so ausgiebig regiert hat.


Fußball und Krimi sind eigentlich zwei naheliegende Begriffe. Holger Nicklas und Johannes Hucke haben sie mal ganz wörtlich genommen und den Schuss ins Blaue gewagt: „Strafraum“ (Info Verlag, Lindemanns Bibliothek Band 68) heißt ihr KSC-Roman.


Die Männchen stellen sich zur Schau, die Weibchen wählen aus. Der Lauf der Dinge beginnt im Tierreich wie bei den Zweibeinern. Welche weiteren Parallelen und kuriosen Ausgeburten sich die Natur noch so leistet, das verrät Karlsruhes bundesweit bekannter Biologe Mario Ludwig mit Co-Autorin Eva Dempewolf in „Papa ist schwanger“ (BLV Buchverlag).


Manche Bücher sollte man besser nicht lesen. „Feuchtgebiete“, Charlotte Roches sinnbefreite Hirnausscheidungen, zum Beispiel. Oder den „Fleckenteufel“ (Tacheles/Indigo/Eichborn). Was sich in Heinz Strunks Gedankengängen zusammengebraut hat, weist zugegeben nicht nur äußerliche Ähnlichkeiten auf – doch hier lohnt zumindest das Lauschen.


Es ist schon mehr als ein kleines Wirtschaftswunder, wenn in einer beschaulichen 10.000-Einwohner-Gemeinde gleich zweimal globale Unternehmensgeschichte geschrieben wird. Den beiden Pionieren hinter Blanco und E.G.O. widmet sich das Fabrikantenporträt „Heinrich Blanc und Karl Fischer – Gründer zweier Weltfirmen“ (Verlag Regionalkultur).


„Ein warmherziger Erd- und Poltergeist“, so beschreibt Harald Hurst den „Einzelgängerfreund“ im Vorwort. Als am 6. Mai 2008, einem Dienstagabend, das 61-jährige Herz nicht weiter schlagen wollte, verlor Karlsruhe eine der markantesten Figuren im hiesigen Literaturbetrieb. Die „Verführen zum Lesen“ war stets sein Credo, ein Bändchen vereint nachgelassene Texte und dokumentiert das Wirken des Kuno Bärenbold.


„Bloß a bissele quedsche“, dann wird aus dem breitesten Schwäbisch Badisch astrein. So lehrt’s uns de Hurschde Harald. Den verstehen aber auch nur die wenigsten: Denn über 75 Millionen Deutsche können gar kein Badisch. Wer der berühmt gewordenen Aufforderung von „SWR3-Latenight“-Moderator Pierre M. Krause in seiner Funktion als Supermarktfilialleiter folgen möchten, kann jetzt nachschlagen. Denn Bernd Siemers hat „De Karlsruher uff d‘Labb guggt“ (Info Verlag).


Was reden wir uns eigentlich den ganzen Tag zusammen, wenn wir so reden, wie wir reden? Das hat sich Christoph Gutknecht, Professor der Linguistik an der Universität Hamburg, gefragt und in seinem Buch „Von Treppenwitz bis Sauregurkenzeit – Die verrücktesten Wörter im Deutschen“ (C.H. Beck Verlag) allerlei interessante Antworten zusammengetragen.


Lesen lassen. Denn Hörbücher liegen im Trend. Das weiß auch die Literarische Gesellschaft um Leiter Hansgeorg Schmidt-Bergmann und hat jüngst die Folge 3 ihres Tonkabinetts „Neue Literatur vom Oberrhein“ (Info Verlag/Lindemanns Bibliothek Band 45), aufgenommen im Karlsruher Prinz-Max-Palais, als Jahresgabe 2008 herausgebracht.


Einzig der Schnaps sei diabolisch Werk(zeug), dachten wir ganz Udo-hörig immer. Nun ist aber Zoran Petrovic ein anerkannter Karikaturist, weshalb sein Cover-Artwork von „Teuflisch gute Weine. 28 große Châteaux und Domainen“ (Cave Bordelaise) auch keine neuen Wahrheiten aus dem Kellergewölbe holen möchte. Schon eher die edlen Tropfen selbst, und zwar mit allem, was sie vor dem Trunk umkleidet.


Das Imperium schlägt zurück: „Raubkopierer sind Verbrecher“, stellt die Gesellschaft Zukunft Kino Marketing arglose Gelegenheitssauger an den Pranger. „Hart aber gerecht“? Die Staatsanwaltschaften jedenfalls verweigern sich mehr und mehr dem Abmahnwahn, während Video-On-Demand-Plattformen langsam an Fahrt gewinnen. Wie wird sich die Filmwirtschaft bis zum Jahr 2015 entwickeln? Auf welchen Medien werden die Bewegtbilder dann konsumiert? Und welche Auswirkungen haben diese Trends auf Produktion und Vertrieb von Filminhalten? Diesen und anderen „Moviesionen“ geht der Karlsruher Soziologe und Vorstand des hiesigen Filmboards, Oliver Langewitz, in seiner Promotionsschrift „Die Filmgesellschaft“ (Cuvillier Verlag) nach.