Stutt­gart — Die Dis­kus­sio­nen ums Kol­lek­tiv bewe­gen die­ser Tour­tage die Gemü­ter auf den Kon­zer­ten von Götz Wid­mann, der auf sei­nem aktu­el­len Album „Habt euch lieb“ in unge­wohn­tem Stile mit Band musi­ziert. Patrick Wurs­ter traf den Lie­der­ma­cher am Tag nach sei­nem „Karlsruhe-​​Urlaub“ im Stutt­gar­ter Musik­club Röhre. Ein Gespräch über den Aus­bruch, die ewige Liebe und fickende Tomaten.


Otto WaalkesEss­lin­gen — Es war ein­mal und ist schon wie­der. Weil sie nicht gestor­ben ist, kommt der Repu­blik berühm­teste Herren-​​WG aus dem finstren Unter­waldt zurück in die Kinos: mit der Zip­fel­mütze auf dem Haupt und der Zwergen-​​Mär zwei­ter Teil im Hand­ge­päck. Patrick Wurs­ter traf Dreh­buch­au­tor, Pro­du­zent und Ensemble-​​Mitglied Otto „Bubi“ Waal­kes vor Film­start von „7 Zwerge — Der Wald ist nicht genug“ auf Zwi­schen­stopp in Ess­lin­gen. Ein nicht immer ganz erns­tes Gespräch über gute Filme, schlechte Filme, Lin­den­bergs Lei­den­schaf­ten und den ein­sa­men ach­ten Inselzwerg.


Karls­ruhe — „Es ist bes­ser für das was man ist, gehasst, als für das was man nicht ist, geliebt zu wer­den.“ Sagte ein­mal der fran­zö­si­sche Schrift­stel­ler André Paul Guil­laume Gide, singt Mar­cus Wie­busch 2005. Doch um die Befind­lich­keit sei­ner Band Kett­car muss er sich der­zeit wahr­lich keine Sor­gen machen. Vor dem Kon­zert in der Dur­la­cher Fest­halle unter­hielt sich der Front­mann mit Patrick Wurs­ter über Indie-​​Spatzen und Pop-​​Tauben, Grand Hotel-​​Dächer und Signing-​​Händchen. Und den gebro­che­nen Dau­men von Car­los Santana.


29. Mai 2005

Dönosophien

Karls­ruhe — Der Tod kommt bei die­sen bei­den wirk­lich rich­tig krass. Wo sonst ser­viert man selbst nekro­phile Züngel-​​Szenen so unter­halt­sam wie bei Erkan Maria Moos­leit­ners und Ste­fan Lusts drit­tem Kino­streich? Nach so lan­ger Zeit im Geschäft sche­ren sie sich nicht mehr son­der­lich um Kri­ti­ker. Ohne­hin leben die Döno­so­phen ihre Rol­len rund um die Uhr — oder sind’s am Ende viel­leicht gar keine? Ob es noch Per­sön­lich­keit hin­ter Hand­tuch und Sil­ber­kett­chen gibt, bleibt auch nach ihrem Besuch im Film­pa­last am ZKM Spe­ku­la­tion. Ansons­ten gaben die bei­den Ober­che­cker aus dem Münch­ner Hood Patrick Wurs­ter bereit­wil­lig Aus­kunft über die Zusam­men­ar­beit mit dem Karls­ru­her Rap­per Tro­oper da Don, ihren Privat-​​Battle gegen Darth Vader und den aktu­el­len Stand der Dönertierausbreitung.


Frank­furt a. M. — Jetzt haben auch sie ihre Mis­sion erfüllt. Am Mon­tag­abend ging in der Batsch­kapp die Aufwärm-​​Tour von Such A Surge (SAS) zu Ende. Doch rich­tig durch­star­ten will man erst am 4. April: Dann zün­det der Fün­fer aus Braun­schweig sei­nen „Alpha“-Kra­cher. Den kom­pro­miss­lo­sen Grund­te­nor ver­dankt das Album unter ande­rem dem „neuen“ Mann an der elek­tri­schen Klampfe und bevor Lutz Buch im Hes­si­schen sein Instru­ment bear­bei­tet hat, sprach er mit Patrick Wurs­ter über Situa­tion und Evo­lu­tion, Cover und Cross­over, Hei­lig Abend und hei­li­gen Krieg.


24. Januar 2005

Karlsruhe bundesweit

Maren AdeKarls­ruhe — Idea­lis­mus ist ein fei­ner Cha­rak­ter­zug. Doch die schwä­bi­sche Nach­wuchs­leh­re­rin Mela­nie Pröschle, die in der Fächer­stadt ihre erste Stelle antritt, ist ein­deu­tig zu enga­giert für diese Welt. Ganz fest war der Wille, im badi­schen Exil alles rich­tig zu machen. Doch mit jedem neuen Annä­he­rungs­ver­such ver­strickt sich die 27-​​Jährige wei­ter in ihrem Teu­fels­kreis aus Lügen, fal­schen Hoff­nun­gen und Selbst­er­nied­ri­gung. Ein­sam­keit macht sich breit: In Karls­ruhe hat offen­sicht­lich nie­mand auf sie gewar­tet. Ganz anders erging es da Haupt­dar­stel­le­rin Eva Löbau und Regis­seu­rin Maren Ade, deren Film „Der Wald vor lau­ter Bäu­men“ bun­des­weit in die Kinos kommt: Patrick Wurs­ter traf die bei­den — ein Gespräch über Inspi­ra­tion und Inten­tion, Mach­art und Mundart.


19. Januar 2005

Ausgetretene Pfade

Karls­ruhe — Hier will jemand nicht mehr län­ger nur der alter­na­tive Liedermaching-​​Rebell sein, ganz offen­sicht­lich. Zwar redet Götz Wid­mann auch auf sei­nem neuen Album „Zeit“ gewohnt nicht lange drum rum, ist noch nie sein Ding gewe­sen. Doch sind die lei­sen Zwi­schen­töne ver­nehm­bar lau­ter gewor­den; sowohl die text­li­chen und erst recht die musi­ka­li­schen. Und ein neues Album ver­pflich­tet. Zur Tour näm­lich, die ihn am gest­ri­gen Diens­tag­abend ins Jubez geführt hat. Und wäh­rend auf der Bühne Strom und Was­ser die 300 Zah­len­den exzel­lent auf den eins­ti­gen Joint Ven­ture–Gitar­rero ein­stimm­ten, nahm sich Götz Wid­mann Zeit, um wenige Meter ent­fernt im Backstage-​​Bereich mit Patrick Wurs­ter über neue Schwer­punkte, ver­meint­li­che Stand­beine und auf­stre­bende Talente zu sprechen.


Karls­ruhe — Ein wenig ent­täuscht waren sie schon, die Genos­sin­nen und Genos­sen der Roten Antifa Karls­ruhe (RAK). Nur knapp 700 Besu­cher fan­den am gest­ri­gen Sams­tag­abend den Weg in die Ex-​​Steffi: 2. Okto­ber, das ist „Einheizfeier“-Zeit. Doch jene, die sich in der Schwarz­wald­straße 79 ein­ge­fun­den hat­ten, kön­nen sich rüh­men, einem der bes­ten Steffi-​​Gigs beige­wohnt zu haben: Die Micro­phone Mafia aus Köln rappte um kurz nach eins als Head­li­ner los — und das War­ten lohnte! Patrick Wurs­ter sprach nach dem Kon­zert mit Rossi, Kutlu und DJ Ra über ihr Dasein als Teil­zeit­mu­si­ker, die neue Sin­gle und Ber­li­ner „Kollegen“.


25. März 2004

Der Drachenmacher

Karls­ruhe — Etwa 20 Jahre ist es her, dass ein klei­ner Dra­che dem Schöp­fer­geist Peter Maf­fays ent­sprun­gen ist, doch Taba­luga ist schon weit­aus älter: Sei­nen 700. Geburts­tag begeht der Grün­län­der zu Beginn der Geschichte ums ver­schenkte Glück, die von Frei­tag bis Sonn­tag, 16. bis 18. April, vier­mal in der Karls­ru­her dm-​​Arena zu schauen sein wird. Wenige Wochen vor Ein­zug des Rock-​​Märchens in der Fächer­stadt unter­hielt sich Patrick Wurs­ter mit „Taba­luga“-Kon­zert­ver­an­stal­ter Fritz Rau.


Karls­ruhe — Zwei­ein­halb Jahre sind seit dem tra­gi­schen Ende des Duos Joint Ven­ture ver­gan­gen und Götz Wid­mann gibt sich die­ser Tage angriffs­lus­ti­ger denn je zuvor: Dro­gen, Sex und Rock ‚n’ Roll sind die The­men des der­zeit wohl respekt­lo­ses­ten Lie­der­ma­chers deut­scher Prä­gung. Am ver­gan­ge­nen Don­ners­tag­abend gas­tierte Wid­mann im gut besuch­ten Jubez. Patrick Wurs­ter und Flo­rian Bütt­ner spra­chen mit Deutsch­lands letz­tem Land­kom­mu­n­enhip­pie über Jesus und Stoi­ber, Dro­gen — ob flüs­si­ger Natur oder sol­che, die das Inha­lie­ren erfor­dern — elter­li­che Vor­bild­funk­tio­nen und seine neue Platte.


MichelleStutt­gart — „Wer Liebe lebt“ sang sie einst aus vol­ler Brust und kata­pul­tierte sich damit bis zum „Grand Prix“ nach Kopen­ha­gen. Dass die­ses Unter­fan­gen nicht von Erfolg gekrönt war, ist für Michelle längst nicht mehr von Belang. Denn das aktu­elle Album „Rouge“ der als Tanja Hewer gebo­re­nen Sän­ge­rin schickt sich an, seine Vor­gän­ger zu über­flü­geln. Patrick Wurs­ter sprach vor dem Tour­nee­start mit der Schla­ger­prin­zes­sin im Stutt­gar­ter Inter­conti über das aktu­elle Album, ver­flos­sene Lieb­schaf­ten und neue Lie­be­leien, über Sex-​​Tattoos und das Leben nach der Karriere.