Bruchsal – Wenn es irgendwo auf der Welt einen neuen Duft gibt, hat Georg R. Wuchsa auch schon Wind davon bekommen. Eigentlich steht die Familie in Bruchsal als Synonym fürs Juweliergeschäft; im Stammhaus in der Bahnhofstraße seit nunmehr 60 Jahren. Doch hier ergänzen noch ganz andere Kostbarkeiten das Schmucksortiment. Denn Wuchsa hat seine Obsession für ausgefallene Düfte zur Profession erhoben.


„Heimat isch dort, wo aim d‘Leut so gut verschteh‘n, dass mer manchmol scho beim Schwätze merkt, s‘wär besser g‘wese, mer hätt’s Maul g‘halte.“ Sagt er. Und doch hält er sich nur selten daran. Harald Hurst babbelt viel lieber, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Tun natürlich die meisten im Ländle. Er hingegen spricht nicht nur im Dialekt, er bringt ihn auch gekonnt zu Papier: Schnoddrig und doch blitzgescheit, mal hinterfotzig, dann wieder augenzwinkernd. Aber eben niemals volkstümlich. Mundart-Dichter, ganz allgemein gesprochen Schriftsteller, Geschichtenerzähler oder doch vielleicht Wörterclown und Lachpoet per Selbstdefinition?


Vom Tellerwäscher zum Millionär, das gibt’s normalerweise nur im Märchen. Oder es muss eine gehörige Portion Magie im Spiel sein – wie im Falle von Simon Pierro. Und darin ist er Experte, erwiesenermaßen: Deutscher Meister der Zauberkunst, Magier des Jahres, Gewinner der „Goldenen Ringe“ von Lausanne, Vize-Weltmeister der allgemeinen Magie und Gewinner des „Siegfried & Roy-Award“. „The American Dream – Vom Tellerwäscher zum Millionär“ heißt Pierros Zaubershow, mit welcher der heute 26-jährige Waldbronner die Jury in Übersee im vergangenen Jahr nachhaltig zu beeindrucken wusste.


Eigentlich wollte sie ja Opern-Sängerin werden, „aber für die Tenöre war ich zu groß, für die Intendanten dann doch ein wenig zu blond und für die Regisseure hatte ich zu wenig Figur“, kokettiert Annette Postel heute im Blick zurück. Geschafft hat sie es dennoch – wenngleich ihr derzeitiges Engagement an der Frankfurter Kammer-Oper nur eine Art Nebenbeschäftigung ist. Einen Namen gemacht hat sich die Wahl-Karlsruherin vielmehr als Chanteuse.


Er ist blond. Doch wer ist das nicht. Er spielt vorzüglich Klavier. Tun viele. Und er vereint obendrein auch pfiffigen Liedermacher, trashigen Puppenspieler sowie blitzgescheiten Kabarettisten unter seinem semmelblonden Haupt. Da wird der Kreis schon ein wenig erlauchter; in der Region allemal. Und das macht er sogar dermaßen gut, dass ihn das Land Baden-Württemberg vor gut zwei Jahren für schuldig empfohlen und sein Antlitz folgerichtig mit dem Kleinkunstpreis verziert hat. Und schon hatten Musik-Kabarettist Gunzi Heil und der Geheimtipp nurmehr den Anfangsbuchstaben gemein.


Wie es sich als Schriftsteller im beschaulichen Karlsruhe lebt? „Schlecht, aber gut.“ Seine Standard-Antwort. Da muss er nicht lang nachdenken. Die ersten Versuche als Schreiber datieren noch aus seiner Zeit in der Justizvollzugsanstalt Heilbronn – längst Geschichte. Dort veröffentlicht er in der Gefangenenzeitung „ZU“ seine ersten Zeilen. Dass er mal im Knast war, daraus hat Kuno Bärenbold nie einen Hehl gemacht. Nur das „warum“ muss er nach so vielen Sommern nicht mehr jedermann auf die Nase binden. Warum sollte er auch oder ist der Grund seiner Inhaftierung wirklich von Belang? Dem Mann mit dem markanten bogenförmigen Schnauzbart jedenfalls, den sie so liebevoll Kunobär nennen, kommt es auf etwas ganz anderes an.


Man war schon immer ein wenig anders als andere Bands. Die Rede ist vom Karlsruher Trio Trigon und ihrer Stilkreation des Heavy-Zen-Jazz. Der geneigte Fan wird’s wissen und wem es bislang verborgen blieb: Die Drei haben ihre Not kurzerhand zur Tugend gemacht, denn der Gesangspart spielt bei Trigon seit jeher zweite Geige; auf Vocals wird gänzlich verzichtet: „Singen darf bei uns nur die Gitarre“, so die Improvisationskünstler um Trigon-Gitarrero Rainer Lange. „Zumindest was die grundlegenden Riffs angeht, planen wir. 70 Prozent ist aus dem Stegreif“, erklärt der Heavy-Zen-Jazzer die Band-Philosophie.


19. Dezember 2001

Seán Treacy, Musiker

„Nimm dir gute Songs und mache sie noch besser als das Original.“ Das ist sein Credo. Er stand Anfang der 80er schon gemeinsam mit den Dubliners und den Wolftones auf der Bühne und nun soll mit der neuen CD „Drop In The Ocean“ endlich der musikalische Durchbruch gelingen. Annähernd 15 Jahre ist es her, dass der wohl populärste Ire Karlsruhes seine Heimat Kilkenny verließ, um in Deutschland als Musiker Karriere zu machen. Und zweitens als man denkt.