indiskretion ehrensache

angeschaut und abgehört von patrick wurster

12. Juli 2008

Cafe-Bar Max

Hier macht selbst die Karte Mäxchen. Hinter Schmeling, Raabe, Goldt und von der Grün stecken ausgefallene Frühstücksvarianten, Sandwichs oder Salate und fügen sich damit ins mit dem "Red Dot Design Award" gekrönte architektonische Gesamtkonzept des Café Max.

Oasengleich strahlt es mit seiner weinroten Fassade aus dem Prinzen-Palais. Für die letzten Spritzer mediteranen Ambientes auf der thronenden Sommerterrasse vor dem Haupteingang sorgt ein Springbrunnen; da tauscht man gern die samtbezogenen Opern- gegen Klappstühle - zumal gepolsterte.

Junge Küche statt bulliger Burger. Das wird jetzt im Vorgarten der Max Café-Bar serviert und zwar ausschließlich: Den zuvor noch vom American Diner Sams bewirteten Innenhof hat Barbara Kentner pünktlich zum Sommeranfang ihrem durchgestylten und deshalb preisgekrönten Tagescafé mit Sonnenterrasse und rückseitigem Außenidyll einverleibt, das abends auch als angesagter Szenetreff im Prinz-Max-Palais einen zackigen Namen hat. Zu den 30 Veranda-Plätzen und 50 Sitzgelegenheiten im hinteren Gärtchen gesellen sich jetzt noch bis zu 40 weitere.

Hier lässt es sich inhabergeführt mit den Namensvettern des einstigen Hausherrn Prinz Max von Baden bei Sandwichs und anderen Snacks, Salaten, selbstgebackenem Kuchen, Ofenschlupfer und frisch gekochten Tagesgerichten angeregt verweilen. Der "American Way Of Life" muss schließlich nicht immer Maß der Dinge sein.

Akademiestraße 38a, 76133 Karlsruhe, Telefon 0721/1617890, Mo-Do 10-0 Uhr, Fr+Sa 10-2 Uhr, So 10-19.30 Uhr

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Café Bleu

Mit gesättigten Frühstückern fängt der Tag im Bleu erst an. Denn warme Küche gibt's zwischen Mühlburger Tor und Sandkorn bis spät in die Nacht. Dann verwandelt sich das kompakte Wintergärtchen-Tagescafé im Blechschild-Ambiente zur lauschigen Kneipe, widmen sich die Gäste nach Kaffeespezialitäten und variantenreichem "Hammer-Frühstück" 3,50-Euro-Cocktails, Quiz und Hoepfner-Bräu - sommers im mit üppig Blauregen überwachsenen, 340 Plätze bietenden Biergarten.

Auch wer's fleischlos mag, wird rund um die Uhr fündig, kann dabei aus drei von sieben "Hämmern" wählen, Süßspeise inklusive. Und gespannt sein darf man wie immer, was sich das Team vom Bleu über die Wonnewochen fürs der Jahreszeit angepasste "Getränk des Monats" einfallen lässt. Ob Helmholtz-Schüler oder Studenten, Weststadt-Working-Class oder Theatergänger - hier darf jeder guten Gewissens "bleu machen".

Kaiserallee 11, 76133 Karlsruhe, Telefon 0721/856392, So-Do 8-1 Uhr, Fr, Sa, vor Feiertagen 8-2 Uhr

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12. Mai 2008

Die Zwiebel

Zusammengewürfelt ist hier nur der Preis. Selbstgemacht - das ist die Devise von Dirk Alletsee. Der mittlerweile nicht mehr ganz so neue Zwiebel-Pächter hat die Oststadt-Kneipe vergangenes Jahr auf Vordermann gebracht.

"Rolling Stone"- und Platten-Cover dekorieren die Wände, handgeschabte Spätzle, Serviettenknödel oder Pommes aus eigener Herstellung die Teller. Gemütlich-helles Interieur ist vorgegeben, die Cocktails können dagegen bei Order gleich mitkreiert werden. Satt macht der wöchentlich wechselnde Mittagstisch zur Basiskarte mit deftigen Suppen, üppigen Salaten und fleischiger Kost.

Der "Zwiebelburger" (auch in Vegi-Variante), eine nicht alltägliche Auswahl vom Ettlinger Weinhändler oder das gattige, durch Buschwerk von der Straße abgeschottete Biergärtchen sind Gründe genug, hier nicht nur zum Kickenkucken vorbeizuschauen. Und mit ein wenig Würfelglück geht die Rechnung trotz Verlängerung und Niederlage auch mal auf den Wirt.

Durlacher Allee 24, 76131 Karlsruhe, Telefon 0721/607339, Mo-Fr 11.30-14.30 Uhr, 18-1 Uhr, Sa 11.30-1 Uhr, So 18-1 Uhr (bei KSC-Spielen ab 15 Uhr)

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12. April 2008

Beim Schupi

Romantischen Biergarten-Assoziationen kommt das kiesgebettete Idyll vor der Hotel-Wirtschaft in Grünwinkel schon sehr nahe. Stattlicher Baumwuchs überschattet die 250 Sitzplätze. Obgleich bei schönem Wetter schon im April unter freiem Himmel serviert wird, feiert der Schupi am 1. Mai, traditionell-offiziell die Biergarteneröffnungsparty.

Schlangestehen an Selbstbedienungstheken wird den Gästen hier nicht zugemutet; und so bekommen die Bedienungen unter der Woche gern das wechselnde "Sommer-Bier" zu zwei Euro in die Bestellzettel diktiert, an Sonn- und Feiertagen auch einen "Schlemmer-Brunch". EM-Kicker und Movies auf Großleinwand, Musikquiz wie Westernabend lassen sich entspannt genießen - auch, weil die Kleinen auf dem integrierten Spielplatz gut unterhalten werden.

Durmersheimer Straße 6,
76185 Karlsruhe, Telefon 0721/551220, Mo-Sa ab 17 Uhr (ab Mai 16 Uhr), sonn- und feiertags ab 11 Uhr

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Kap

Stadtbekannt ist die in der namensgebenden Kappellenstraße gelegene Kneipe im Kaffeehaus-Stil für seine zünftigen Feten. Dass das Kap aber auch über einen schmucken Hinterhof verfügt, hat schon manchen überrascht.

Eine Stunde früher, um 18 Uhr, öffnet ab Mai das lampiongeschmückte, gut 60 Personen fassende Biergärtchen. Dann hat Inhaber Christian Müller die Tageskarte um ein knackiges Salatangebot erweitert. Zu trinken gibt's wie immer Fassbier sowie Weine aus aller Welt. Wer auf regionale Tropfen setzt, kennt die Produktpalette vom hauseigenen Winzer.

Und wenn's sommert, mundet neben Frozen Daiquirís oder Margaritas aus frischen Erdbeeren und portugiesischem Vinho Verde vornehmlich der sonst ebenfalls nicht verfügbare Pretty In Pink; ein spritziger Pfälzer Rosé aus St.-Laurent-Trauben, der ziemlich exklusiv in kleinster Auflage abgefüllt wird. Das wird dann auch wieder manchem Feier-Afficionado nur zu bekannt vorkommen.

Kapellenstraße 68, Telefon 0721/32166, So-Do 19-2 Uhr, Fr+Sa 19-3 Uhr, ab Mai jeweils 18 Uhr

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1. Dezember 2007

Dudelsack

Nicht nur der Name ist an Heinz Hügels Restaurant außergewöhnlich. Nach Assoziationen zur angebotenen regionalen und französischen Küche wird man allerdings vergeblich suchen: Den Dudelsack hat der Weinkenner vor 38 Jahren "im Eifer des Gefechts" samt Lokalität übernommen und dem Haus im Lauf der Zeit einen exzellenten Ruf erkocht.

Der Tafelspitz gehört ebenso wie saisonale Gerichte und Eigenkreationen - etwa die Zander im Kartoffelmantel oder Spanferkelbäckchen in Biersauce - zu den gefragten Spezialitäten. Serviert wird entweder im malerischen Innenhof, auf der Straßenterrasse oder im Restaurant mit nostalgischem Interieur neben Stichen aus mehreren Jahrhunderten, zusammengetragenen Jugendstillampen und dunkler Holzvertäfelung. Seit Anfang Dezember kann Hügl auch einen Bankettraum anbieten, in dem bis zu 130 Personen Platz finden. Ohne Reservierung müssen Glück und Zufall Pate stehen.

Waldstraße 79, 76133 Karlsruhe, Telefon 0721/205000, 18-1 Uhr

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Stövchen

Es ist bei Karlsruhes Kneipendichte kein Leichtes, sich abzuheben. Und das gelingt dem an der südlichen Waldstraße gelegenen Stövchen nicht unbedingt mit nostalgischen Werbeschildern. Das warme, einladende Ambiente samt Kachelofen, gedimmter Beleuchtung und der Einfallsreichtum von Inhaber Udo Deris machen den Unterschied.

Seine Rahmpfütze im rustikalen Brotteig ist stadtweit ebenso einmalig wie die "Monster"-Drinks oder das Cocktail-"Labor". "Hammerfrühstück" mit Brötchen aus der hauseigenen Backstube, die "schönste Latte-Macchiato Karlsruhes", selbstgemachtes Popcorn, Tagesessen zu erschwinglichen fünf Euro oder der "Bastelflammkuchen" mit errechneten 268.435.456 Belagsvarianten sind lediglich Auszüge der originellen Karte. Dazu gibt's Live-Musik bei freiem Eintritt, erlesene Whiskeys und temperierten Rotwein aus dem Kühler.

Während andere Kneipiers die Gäste frieren lassen, hat Deris ein erklärtes "Herz für Raucher", neben dem Biergarten im Hinterhof eigens ein beheiztes Separee eingerichtet. Schließlich lautet der Stövchen-Wahlspruch: "Besser ist das".

Waldstraße 54, 76133 Karlsruhe, Telefon 0721/29241, So-Do 9-1 Uhr, Fr+Sa 9-3 Uhr

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Die Kippe

"Studentenkneipe mit Kultstatus", so positioniert sich die Kippe, seit über 30 Jahren der Anlaufpunkt in Karlsruhes Oststadt. In gemütliches Rot ist das Lokal mit der stilprägenden Emaillebeschilderung seit kurzem getaucht, ansonsten hält man sich gezwungenermaßen rauchfrei, pflegt aber Traditionen.

Der auf dem Tresen bereitliegende Tabak für die kostenlose Zigarette zum Selberdrehen hat die Gesetzgebung nicht verdrängen können. Zuvor ist es eigentlich (auch für Nicht-Akademiker) Pflicht, eines der sechs Studi-Essen zu appetitlichen 2,90 Euro oder die legendäre Curry-Wurst für 1,99 Euro zu ordern. Als Lektüre liegt die hauseigene "Kippe-Zeitung" bereit. Dabei darf's ohne weiteres später werden: Bis Ladenschluss offeriert man das volle Küchenprogramm.

Die genommene Grundlage können die bunt gemischten Gäste von 22 verschiedenen Sorten Bier umspülen, darunter zwölf vom Fass; oder sie gönnen sich einen der 30 Cocktails, die ab 21 Uhr die Getränkekarte erweitern. Schnäpse und Liköre hat die Kippe ebenso vorrätig, natürlich auch das erklärte Lieblingsgetränk der Belegschaft, den Jägermeister.

Schließlich gibt's wieder Grund genug zum Anstoßen: Wo zuvor nur am Tischkicker Treffer verflucht und bejubelt wurden, darf man sich seit dem Aufstieg des KSC auch auf die allwöchentliche Großbildleinwand-Live-Übertragung freuen. Apropos: Seit Herbst 2007 spielt jeden Samstag eine Band und das bei freiem Eintritt. Auch der Kult braucht seine Pflege.

Gottesauerstraße 23, 76131 Karlsruhe, Telefon 0721/697829, 8-1 Uhr, Fr, Sa, vor Feiertagen 8-3 Uhr

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Mood Lounge

"Ich muss mich hier selbst wohlfühlen." In diesem Satz von Shahrokh Dini steckt viel von der Philosophie seiner Mood Lounge. Wärmende 60er- und 70er-Retro-Ästhetik schwingt zum groovigen Club-Sound durch die zwei Stockwerke, in denen das stets vorherrschende Orange seit Sommer 2006 zurückgedrängt ist.

Es dominieren die edlen Brauntöne. "Facelift", wie Dini es nennt. Denn "Veränderung tut immer gut." Dabei ist es mindestens zu gleichen Teilen Konstanz, der Anspruch an ein hochwertiges Musik-Programm, welcher die Mood Lounge in den vergangenen fünf Jahren zum festen Bestandteil des Karlsruher Nachtlebens hat werden lassen. Beleg: Die zweimalige Auszeichnung mit dem "Club Award" der Popakademie Baden-Württemberg für die "Innovativste Club-Idee".

Die großzügige Getränkeselektion des ausgesprochenen Weinliebhabers beinhaltet auch edle italienische, spanische und französische Tropfen; und einmal im Monat ist der Herr selbst im House, bearbeitet anstelle der geladenen DJ-Größen die Turntables. Für den Wohlfühlfaktor.

Bürgerstraße 12, 76133 Karlsruhe, Telefon 0721/16089890, Do 21.30-2 Uhr, Fr 21.30-5 Uhr, Sa 21.30-5 Uhr

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